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30.1.2025
4 Minuten

EuGH-Urteil: EU-Normen müssen für alle kostenlos zugänglich sein

Urteil des EuGH: Europäische Normen müssen kostenlos zugänglich sein

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat eine wegweisende Entscheidung getroffen: Europäische Normen, die oft verpflichtend in EU-Vorschriften integriert sind, müssen kostenlos zugänglich gemacht werden. Dieses Urteil des EuGH hat das Potenzial, Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie öffentliche Institutionen gleichermaßen zu betreffen. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie Details zu den Hintergründen und Auswirkungen dieser Entscheidung.

Hintergrund des Urteils durch den EuGH

Was Europäische Normen sind und wer sie erhebt

Europäische Normen sind technische Standards zur Erfüllung bestimmter Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen für Produkte, Dienstleistungen und Prozesse in der EU. Diese Normen werden von Organisationen wie dem Europäischen Komitee für Normung (Comité Européen de Normalisation, kurz: CEN) oder dem Europäischen Komitee für elektrotechnische Normung (Comité Européen de Normalisation Electrotechnique, kurz: CENELEC) entwickelt und häufig in EU-Rechtsvorschriften integriert. Sie sind entscheidend für die Harmonisierung des Binnenmarkts und den Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Warum der Zugang zu Europäischen Normen bisher kostenpflichtig war

Die Normungsorganisationen haben die Kosten für die Entwicklung und Pflege von Normen bisher durch den Verkauf der entsprechenden Dokumente gedeckt. Diese Praxis führte jedoch dazu, dass viele, vor allem kleinere Unternehmen Schwierigkeiten hatten, Zugriff auf diese Standards zu erhalten. Es wurde Kritik darüber laut, dass rechtlich verpflichtende Normen nicht für alle Bürgerinnen und Bürger frei zugänglich sind.

Der Rechtsstreit, der zur Entscheidung des EuGH führte

Die Klage, die zur Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs führte, wurde von einer Organisation eingereicht, die freien Zugang zu rechtlich bindenden Informationen fordert. Der Gerichtshof der Europäischen Union stellte klar, dass Standards, die in rechtlichen Vorschriften verankert sind, für alle EU-Bürgerinnen und EU-Bürger kostenfrei zugänglich sein müssten. Diese Forderung basiere auf dem Prinzip der Transparenz und Chancengleichheit.

Die Entscheidung des EuGH im Detail

Kernpunkte des Urteils des Europäischen Gerichtshofs

Das Urteil des EuGH legt fest, dass Europäische Normen, die in verbindlichen EU-Vorschriften zitiert werden, nicht länger hinter einer Bezahlschranke stehen dürfen. Das Gericht argumentierte, dass solche Normen Teil des öffentlichen Rechts seien und somit allen Bürgerinnen und Bürgern frei zur Verfügung stehen müssten.

Auswirkungen auf Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher

Unternehmen profitieren von der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, da sie künftig keine Kosten mehr für den Zugang zu verpflichtenden Normen tragen müssen. Dies könnte vor allem kleinen und mittleren Unternehmen zugutekommen. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten durch die Entscheidung einen besseren Einblick in die Standards von Produkten und Dienstleistungen und können so besser nachvollziehen, wie ihre Rechte geschützt werden.

Warum das Urteil des EuGH als Meilenstein gilt

Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs wird als Meilenstein für Transparenz und Zugänglichkeit in Europa angesehen. Sie unterstreicht, dass rechtliche Anforderungen für alle gleichermaßen zugänglich sein sollten, unabhängig von finanziellen Möglichkeiten. Dies stärkt nicht nur den Wettbewerb, sondern fördert auch Innovation und Rechtsklarheit.

Chancen und Herausforderungen durch die kostenlose Bereitstellung

Vorteile für Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Forschung

·      Unternehmen: Durch den kostenfreien Zugang zu Normen können Unternehmen Produkte und Dienstleistungen einfacher an rechtliche Vorgaben anpassen.

·      Verbraucherinnen und Verbraucher: Sie profitieren von einer höheren Transparenz, da sie nachvollziehen können, welche Standards angewendet werden.

·      Forschung: Forschende erhalten freien Zugang zu technischen Informationen, der bisher oft durch Kostenbarrieren eingeschränkt war.

Herausforderungen durch die neuen Entscheidungen des EuGH

·      Finanzierung der Normungsorganisationen: Der Wegfall von Einnahmen aus dem Verkauf von Normen könnte die Arbeit der Normungsinstitute beeinträchtigen.

·      Qualitätssicherung: Die kontinuierliche Pflege und Aktualisierung von Normen könnte schwieriger werden, wenn alternative Finanzierungsmodelle fehlen.

Wie der Europäische Gerichtshofseine Entscheidung umsetzen könnte

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat die Mitgliedstaaten und Normungsorganisationen dazu aufgefordert, Lösungen für die Umsetzung des Urteils zu entwickeln. Denkbar sind öffentliche Förderprogramme oder alternative Finanzierungsmodelle, um die Arbeit der Normungsorganisationen zu unterstützen.

Fazit: Die Folgen des Urteils durch den Europäischen Gerichtshof

Das Urteil des EuGH ist ein bedeutender Schritt in Richtung Transparenz und Chancengleichheit. Der freie Zugang zu europäischen Normen wird Unternehmen sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern gleichermaßen zugutekommen. Gleichzeitig stellt die Entscheidung die Normungsorganisationen vor neue Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Finanzierung ihrer Arbeit.

Unternehmen, die sich auf die Umsetzung von Normen wie ISO 27001 oder den IT-Grundschutz konzentrieren, profitieren von der verbesserten Zugänglichkeit, können jedoch weiterhin auf professionelle Lösungen wie Athereon GRC setzen. Diese Tools bieten nicht nur Unterstützung bei der Einhaltung komplexer Normen, sondern auch Funktionen, die über den einfachen Zugang zu Standards hinausgehen. Dazu zählen beispielsweise die automatisierte Dokumentation, Risikoanalysen und umfassende Compliance-Managementsysteme.

Die Kombination aus kostenfreiem Zugang zu Normen und den Vorteilen spezialisierter Software wie Athereon GRC kann Unternehmen helfen, effizient und normgerecht zu arbeiten. Langfristig könnten die Entscheidungen des EuGH dazu beitragen, Innovation und Wettbewerb in der EU zu fördern, insbesondere für Unternehmen, die auf moderne und integrierte Lösungen setzen.

Das Urteil zeigt deutlich: Rechtlich verbindliche Normen sind nicht nur ein Instrument der Regulierung, sondern auch ein öffentliches Gut, das mit der richtigen Software Mehrwert bieten kann.

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